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20. Mai – 1. Juni 2020

100 Jahre Festspiele

Wie alles begann …

Am 26. Juni 1920 weckten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Göttingen mit der Wiederaufführung der Rodelinda die Opern Händels aus ihrem fast 200-jährigen Dornröschenschlaf. Damit brachten sie eine Bewegung ins Rollen, die weltweit bis heute als „Göttinger Händel Renaissance“ bekannt ist. Die erste Aufführung der Rodelinde fand als Festakt zur Jahreshauptversammlung des Universitätsbundes statt. Der Göttinger Kunsthistoriker und Musikliebhaber Oskar Hagen rekrutierte dafür befreundete Musikerinnen und Musiker sowie Universitätskolleginnen und –kollegen sowie Studierende als Laiendarstellerinnen und –darsteller. Seine Frau, die Amateursopranistin Thyra Hagen-Leisner, spielte die Hauptrolle, die musikalische Begleitung übernahm die Akademische Orchestervereinigung unter der Leitung von Oskar Hagen. Gesungen wurde auf Deutsch, nicht auf Italienisch, aus Rodelinda wurde Rodelinde. Die Arien hatte Hagen stark gekürzt. Für das Bühnenbild war Paul Thiersch verantwortlich. Eine barocke Welt auf der Bühne zu rekonstruieren, war nicht beabsichtigt. Bühnenbild und Körpersprache der Darstellerinnen und Darsteller waren vielmehr im expressionistischen Stil gehalten. Die Aufführung von Rodelinde wurde ein großer Erfolg. Bis 1927 wurde die Göttinger Fassung von Rodelinda deutschlandweit auf 21 Bühnen 136 Mal gezeigt.

100 Jahre später …

Die Idee des Festspielgründers Oskar Hagen, seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter trägt in unserer Zeit mehr Früchte denn je. Und so machen wir jedes Jahr aufs Neue die unvergessliche Musik Georg Friedrich Händels für alle greifbar und erlebbar – in Projekten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wir bringen Kulturschaffende und Fans aus aller Welt in Göttingen zusammen und fördern eine lebhafte Auseinandersetzung mit Händel und der Barockmusik. Wir bringen Händels Werk, das voller Emotionen und scharfer Kontraste steckt, lebensecht den Menschen näher. Denn Händel zieht das Publikum heute genauso in seinen Bann wie im 18. Jahrhundert, als er der Star seiner Zeit war.

Das Programm für das Jubiläumsjahr 2020 hatten wir mit langem Vorlauf geplant. Dabei wollten wir Ihnen, unserem Publikum, alle 42 Operntitel in den unterschiedlichsten Formaten präsentieren: szenisch, konzertant, als Jazz-Arrangement, Puppentheater, Film oder Lesung. Das alles in großartigen Spielstätten in der Stadt und der ganzen Region, überdacht und open air, mit den großen Stars der Barockszene und großartigen Nachwuchstalenten. Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten auch wir die Festspiele für dieses Jahr absagen und auf das nächste, dass 101. Jahr der Festspielgeschichte verschieben. Wir wollen so viel wie möglich aus dem geplanten Programm im nächsten Jahr nachholen. Unser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden. Bleiben wir in Verbindung!

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