Theater der Masken
Verkleidung, Täuschung und Identität(en) in Händels Opern
Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Panja Mücke, Prof. Dr. Stefanie Acquavella-Rauch
Liebe, Macht, Täuschung – und niemand ist, wer er zu sein scheint: Händels Opern leben vom Spiel mit Identitäten. Verkleidungen, Rollentausch und Maskerade treiben die Handlung voran und eröffnen zugleich überraschende Perspektiven auf Geschlecht, Begehren und gesellschaftliche Rollen. Es entstehen schillernde Figurenkonstellationen, in denen Wahrnehmung und Wirklichkeit beständig auseinanderfallen, sodass das Publikum selbst Teil eines Spiels wird, das Gewissheiten unterläuft und neue Deutungsräume erschließt.
In Werken wie Giulio Cesare, Ariodante, Alcina und Deidamia nutzen die Figuren Verführung, Täuschung und Verwandlung, um die Ordnung ihrer Welt zu unterlaufen und in Frage zu stellen. Sobald die Masken fallen, werden Fragen sichtbar, die das 18. Jahrhundert grundlegend bewegten und die uns bis heute nicht loslassen. Das Symposium beleuchtet diese faszinierenden Strategien der Verstellung und eröffnet Einblicke in aktuelle musikwissenschaftliche Perspektiven auf das Musiktheater Georg Friedrich Händels.
Die Vorträge des Symposiums werden im Rahmen der Göttinger Händel-Beiträge veröffentlicht.
Einführung
10.00 Uhr | Prof. Dr. Panja Mücke, Mannheim
„Falsa immagine“? Oskar Hagens Händel-Bearbeitungen im Vergleich
10.15 Uhr | Adele Jakumeit, Göttingen
Verkleidung – Orte und Funktionen: Giulio Cesare und Ariodante im Spannungsfeld von Seicento-Oper und Renaissanceepik
11.00 Uhr | Dr. Konstantin Hirschmann, Wien
Alcina und Morgana – Verführung und Verwandlung im Vergleich
12.15 Uhr | PD Dr. Margret Scharrer, Heidelberg
Maskerade, Begehren, Doppel-Identität in Deidamia
13.00 Uhr | Dr. Anna Ricke, Detmold/Paderborn
Schlusswort
13.45 Uhr | Prof. Dr. Stefanie Acquavella-Rauch, Mainz
