Wenn die Masken fallen
Wendepunkte in Händels Leben und Werk
Festvortrag
Prof. Dr. Arnold Jacobshagen, Köln
Maskierung, Täuschung und Identitätswechsel prägen die Handlung von Deidamia (1741) auf unterschiedlichen Ebenen. Händels letzte Oper war ein entscheidender Wendepunkt in seinem Leben und Werk. Fortan widmete sich der Komponist vornehmlich der Gattung des englischen Oratoriums und schuf mit dem Messiah (1742) sein populärstes Werk.
Im Oratorium gibt es weder Maske noch Kostüme, und statt der italienischen „Fremdsprache“ wurde nun in der englischen Landessprache gesungen. In musikalischer Hinsicht war der Schritt von der Oper zum Oratorium weniger groß, als es den Anschein hat: Die musikalischen Elemente (Ouvertüren, Rezitative, Arien, Ensembles, Chöre) und dramatischen Handlungen beider Gattungen ähneln sich, und Cross-Gender-Casting, Täuschung und Maskerade spielen auch in Händels Oratorien eine Rolle. Unter diesem Aspekt behandelt der Vortrag das Wechselspiel von Oper und Oratorium an zentralen biographischen Stationen.
