Nicolò Balducci
Seit seinem professionellen Debüt im Jahr 2021 hat sich der 27-jährige Nicolò Balducci in kurzer Zeit als einer der gefragtesten Countertenöre Europas etabliert. Gelobt werden „die athletische Brillanz seiner Koloraturen“ (Gramophone), sein kristallklarer Stimmklang und seine ausdrucksstarke Bühnenpräsenz, mit der er „mit spürbarer Freude und Freiheit singt“ (OperaWire). Beim Renata-Tebaldi-Wettbewerb 2022 gewann er den ersten Preis und den Nachwuchskünstlerpreis, beim Cesti-Wettbewerb Innsbruck 2022 den dritten Preis und den Nachwuchskünstlerpreis sowie beim Concorso Niccolò Piccinni 2021 den ersten Preis. Für seine Darstellung des Lucio Cinna in Lucio Silla am Landestheater Salzburg wurde er beim Österreichischen Musiktheaterpreis 2025 in der Kategorie Bester männlicher Nachwuchskünstler nominiert.
In der Saison 2026/27 stehen mehrere Haus- und Rollendebüts an: als Ruggiero in Händels Alcina am Teatro di Cagliari, als Roméo in Zingarellis Roméo et Juliette an der Opéra Royal de Versailles sowie als Crisostomo Colonna/Rappresentante del Parlamento in Zygmunt Krauzes Bona Sforza am Teatro Petruzzelli in Bari. Außerdem kehrt er an die Oper Köln zurück, um erneut die Rolle des Nerone in Monteverdis L’incoronazione di Poppea zu übernehmen. Im Konzertbereich wird er unter anderem mit den Ensembles Il Gusto Barocco, Concerto Stella Matutina, Ensemble Mare Nostrum und Accademia Bizantina auftreten.
In den vergangenen Jahren gab er eine Reihe bedeutender Debüts: als viel gefeierter Sesto Pompeo in Händels Giulio Cesare beim Maggio Musicale Fiorentino in Florenz, als Miles in Brittens The Turn of the Screw an der Staatsoper Berlin, als Ulisse in Händels Deidamia bei der Wexford Festival Opera und bei den Händel-Festspielen Göttingen, als Annio in Mozarts La clemenza di Tito am Teatro La Fenice sowie als Megacle in Vivaldis L’Olimpiade am Teatro Ristori in Verona. Er sang Nerone in Ted Huffmans Inszenierung von Monteverdis L’incoronazione di Poppea an der Oper Köln, an der Opéra de Toulon und am Palau de les Arts in Valencia. Darüber hinaus trat er gemeinsam mit Cappella Mediterranea und Leonardo García Alarcón in Konzerten in Frankreich und Kanada auf. Zu Nicolò Balduccis weiteren bemerkenswerten Rollen zählen Sesto Pompeo in Cavallis Pompeo Magno und Ulisse in Porporas Ifigenia in Aulide, beide beim Bayreuth Baroque Opera Festival, Arbace in Mozarts Mitridate an der Opéra de Lausanne und der Opéra de Montpellier, Fama in Contis Il trionfo della Fama mit Ottavio Dantone und der Accademia Bizantina bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sowie Cherubino in Le nozze di Figaro am Teatro Comunale di Ferrara. Als regelmäßiger Gastkünstler im Schloss Versailles sang er unter anderem Imeneo in Vivaldis Gloria e Imeneo, Gilbert in Zingarellis Roméo et Juliette und Nerone in Monteverdis gleichnamiger Oper sowie in Händels Messiah und Sosarme, re di Media. Mit seiner Darstellung des Arioco in Favettis Il Dialogo di Nabucco ging er gemeinsam mit Leonardo García Alarcón und Cappella Mediterranea auf Tournee durch Frankreich. Die Produktion wurde außerdem auf CD aufgenommen.
Nicolò Balducci sang Arzane in Vivaldis Arsilda mit dem La Cetra Barockorchester unter der Leitung von Andrea Marcon in Amsterdam, Madrid, Santander und Basel. Die Aufnahme erschien beim Label Naïve. Weitere Engagements führten ihn zu den Händel-Festspielen Halle, zum Festival Resonanzen in Wien und zum Festival d’Ambronay, wo er Morte Eterna in Draghis Il Dono della Vita Eterna sang. Sein Operndebüt gab Nicolò Balducci bereits während seines Studiums als Oberto in Händels Alcina am Teatro Olimpico in Vicenza unter der Leitung von Andrea Marcon; die Aufführung wurde von RAI 5 übertragen. Es folgten Cavallis Xerse beim Festival della Valle d’Itria und Arvo Pärts Stabat Mater auf einer Tournee mit der Filarmonica Arturo Toscanini. Als Exklusivkünstler bei BIS Records hat Nicolò Balducci bislang drei Soloalben veröffentlicht: Castrapolis – Neapolitan Cantatas and Arias, gefolgt von Amore Dolore – Countertenor Arias sowie Confidenze mit Liedern von Mozart, Haydn und Beethoven. Seine Diskografie umfasst außerdem mehrere Veröffentlichungen beim Label Château de Versailles sowie bei CPO und Naïve. Zudem ist er auf dem Soundtrack von Marco Bellocchios Film Rapito zu hören, der 2023 für das Filmfestival von Cannes nominiert wurde. Nicolò Balducci erwarb seinen Bachelorabschluss am Conservatorio di Matera und schloss sein Masterstudium im Barockgesang am Conservatorio di Vicenza mit Auszeichnung ab. Dort studierte er bei Gemma Bertagnolli.